Teil II - Sanft ins neue Jahr: Ziele setzen, die zu dir passen
- Anne Buhmann
- 1. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Vom Vorsatz zur Veränderung: Ein Beispiel, das dich begleiten darf
Im Blogartikel „Sanft ins neue Jahr“ hast du erfahren, warum klassische Neujahrsvorsätze oft nicht halten und was es braucht, damit Veränderung wirklich gelingt: Reflexion, Werte, realistische Schritte und liebevolle Selbstverbindung.
Doch wie sieht das ganz konkret aus?
An einem Beispiel zeige ich dir hier, wie aus einem vagen Wunsch wie „Ich will abnehmen“ ein stimmiges Ziel entstehen kann, das dich stärkt, statt dich unter Druck zu setzen.
Einfach nachmachen. Und ganz bei dir bleiben. 🤍
Ausgangspunkt:
„Ich will abnehmen.“
Ein Satz, den viele Menschen zum Jahreswechsel denken oder sagen. Dahinter steckt oft mehr als ein oberflächlicher Wunsch – aber ohne bewusste Reflexion bleibt es oft bei einem vagen Vorsatz, der schnell wieder verpufft. Lass uns diesen Prozess Schritt für Schritt durchgehen.
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1. Reflektierende Fragen: Warum will ich das eigentlich?
🤍 Für wen tue ich das?
Bin ich selbst unzufrieden – oder möchte ich jemand anderem gefallen?
🤍 Was wünsche ich mir wirklich?
Geht es um Gesundheit? Beweglichkeit? Selbstwert? Oder eher um Anerkennung?
🤍 Was ist mein emotionaler Antrieb?
Fühle ich mich oft schwer, müde, unbeweglich – oder unsicher, wenn andere auf mich schauen?
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Beispielhafte Antworten:
„Ich merke, dass ich nach dem Treppensteigen aus der Puste bin.“
„Ich habe Rückenschmerzen vom langen Sitzen.“
„Ich sehne mich nach mehr Leichtigkeit – körperlich und emotional.“
„Ich habe Angst, dass ich anderen nicht gefalle, so wie ich bin.“
⚪️ An diesem Punkt ist es wichtig, sich liebevoll ehrlich zu begegnen.
Wenn die Motivation vor allem von außen kommt, kann es hilfreich sein, zu schauen, ob das Ziel sich auch für dich selbst stimmig anfühlt.
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2. Werte statt nur Gewichtsziel
Nun schauen wir auf den inneren Kompass:
Was ist dir wirklich wichtig?
Beispiele:
• Gesundheit
• Selbstfürsorge
• Beweglichkeit
• Lebensfreude
• Freiheit
• Selbstakzeptanz
🤍 Welche dieser Werte stecken hinter deinem Wunsch?
⚪️ „Ich will mich wieder wohler in meinem Körper fühlen.“
⚪️ „Ich will mir selbst beweisen, dass ich mich liebevoll um mich kümmern kann.“
Das Ziel verändert sich innerlich – es geht nicht mehr (nur) um Zahlen auf der Waage, sondern um mehr Lebensqualität.
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3. Reflektierende Fragen: Woran merke ich, dass sich etwas verändert hat?
🤍 Woran merke ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?
Welche kleinen oder größeren Veränderungen zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin?
– Fühle ich mich beweglicher, wacher, wohler in meinem Körper?
– Werde ich im Alltag aktiver, z. B. nehme häufiger die Treppe oder gehe lieber zu Fuß?
– Fühle ich mich im Spiegel verbundener mit mir selbst?
– Gelingt es mir, liebevoller mit meinem Körper umzugehen – unabhängig von der Waage?
– Spüre ich mehr Selbstvertrauen in sozialen Situationen?
Und vielleicht merken es auch andere:
Freund:innen, die sagen „Du wirkst so energiegeladen in letzter Zeit!“
Oder Kolleg:innen, die bemerken, dass du in der Pause lieber spazieren gehst als scrollst.
⚪️ Solche Rückmeldungen können ein wertvoller Spiegel sein aber nicht der Maßstab. Dein inneres Empfinden zählt mehr als jedes Außenlob.
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4. SMART statt schwammig – ein konkretes Ziel formulieren
Aus dem vagen Vorsatz „Ich will abnehmen“ wird:
⚪️ „Ich möchte mich ab Februar zweimal pro Woche für 30 Minuten bewegen, z. B. durch Walken, Yoga oder leichtes Krafttraining zu Hause. Ziel ist es, mein Wohlbefinden zu steigern und Rückenschmerzen zu reduzieren.“
Das ist:
• Spezifisch (Was genau tust du?)
• Messbar (2x pro Woche, 30 Minuten)
• Attraktiv (Weil es deinem Wohlbefinden dient)
• Realistisch (keine Überforderung)
• Terminiert (Startzeitpunkt definiert)
⚪️ Auch hier gilt: SMART darf ein Werkzeug sein – kein Dogma.
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5. Gehirnfreundlich handeln – mit Wenn-Dann-Plänen
Um Routinen zu etablieren, hilft es, die Handlung mit einem bekannten Auslöser zu verknüpfen.
🤍 Beispiel:
„Wenn ich Montag- und Donnerstagabend Feierabend gemacht habe, ziehe ich meine Sportkleidung an und mache 30 Minuten Bewegung.“
⚪️ Das hilft deinem Gehirn, die neue Gewohnheit zu automatisieren.
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6. Klein anfangen und regelmäßig justieren
Statt direkt eine große Veränderung zu erwarten, kannst du dich kleinen Erfolgen widmen:
• Heute ein kurzer Spaziergang – auch wenn du müde bist? ✔
• Du hast auf deine Körpersignale geachtet und Pausen eingeplant? ✔
• Du bist liebevoll mit dir geblieben, obwohl du einen „Durchhänger“ hattest? ✔
✨ Auch das ist Fortschritt.
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7. Feiere nicht nur Resultate – sondern deine Haltung
Vielleicht zeigt die Waage in zwei Wochen noch keine Veränderung.
Aber: Du hast begonnen, dich anders zu verhalten.
Du hast dir Zeit genommen.
Du bist bei dir geblieben, ohne dich abzuwerten.
⚪️ Das ist echte Veränderung.
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Fazit:
Aus „Ich will abnehmen“ wird:
💛 „Ich möchte mich beweglicher, gesünder und wohler fühlen. Dafür beginne ich mit kleinen, regelmäßigen Schritten, die mir guttun. Ich bleibe liebevoll mit mir, auch wenn es nicht linear verläuft.“
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Zum Mitnehmen: Dein Selbstcheck in 5 Schritten
1. Was wünsche ich mir – und warum?
2. Welche Werte sind mir wichtig?
3. Was ist ein realistischer nächster Schritt?
4. Wann und wo kann ich diesen Schritt regelmäßig integrieren?
5. Wie kann ich mich selbst feiern – unabhängig vom Ergebnis?
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Wenn du magst, kannst du dir diesen Prozess auch aufschreiben – z. B. in einem schönen Notizbuch oder in einer App. So wird aus einem inneren Wunsch ein greifbarer, achtsamer Weg.
Wenn du diesen Weg nicht alleine gehen willst, begleite ich dich gerne – mit Impulsen, Fragen und Herzenswärme. 🌿


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